The VYO - Interview - MOON Records Germany

Am 20. Januar 2017 veröffentlichte die ukrainische Band The VYO ein neues und damit ihr bereits fünftes Studioalbum – „Zelenij“ (Grünes). Das Album ist im Stil des elektronischen Reggae gehalten und eine Menge Stars der ukrainischen Musikszene sind mit an Bord. Wir sprachen mit dem Bandleader Miroslav Kuvaldin. Er erzählte interessante Geschichten aus dem Leben der Band, über Konzerte in Europa und warum ist das neue Album „Grün“ ist.

Wie würdest Du die Band The VYO beschreiben?

Im Moment positionieren wir die Band als Band der guten Stimmung und positiven Emotionen. Im Allgemeinen ist es unser oberstes Ziel – positive Emotionen zu vermitteln.

Reggae gehört ja nicht unbedingt zum einheimischen Musikstil in der Ukraine. Wie kamt ihr auf die Idee ukrainischen Reggae zu spielen, und warum?

The VYO - KonzertKann sein das Reggae für die Ukrainer nicht zum einheimischen Stil zählt, aber er nicht so weit weg wie der Abstand zwischen Jamaika und der Ukraine.)))
Wenn Du ukrainische Folklore hörst, dann kannst Du eine Menge Gemeinsamkeiten mit Reggae finden – zum Beispiel in der Thematik und Rhythmus der Lieder. Und wenn wir über Ska (spielen wir übrigens auch) sprechen – dann kannst Du ihn auf jedem ukrainischen Volksfest hören. Wir haben sogar einen speziellen Namen für Volkslieder in diesem Stil – „Vesіlnі Pisni“ (Hochzeitslieder).
Wir hatten von Anfang an die Idee in ukrainischer Sprache zu singen, weil die russischsprachige Musik dominierte das Gebiet der Ukraine sowieso. Vor allem in den 90er Jahren war das zu spüren. Die Arbeit mit der ukrainischen Sprache ist viel interessanter. Sie ist flexibler und hat weniger vorgefertigte Schablonen.

Euer neues Album trägt den Namen „Grünes“. Warum?

Weil das „Weisse“ die Beatles bereits aufgenommen haben.)))
Aber im Ernst, wir haben einfach zwei Farb-Alben geplant – Das erste „Grünes“, das vor allem nach Reggae klingt und das zweite wird das „Blaue“. Es wird schnellere Songs enthalten, die man besser mit etwas Alkohol genießt.

Welches Ereignis in der Bandgeschichte von The VYO kann man als den bisher größten Erfolg bezeichnen?

Das wichtigste Ereignis war für uns die Teilnahme am Festival „Chervona Ruta“, wo wir 1995 gewonnen haben. Durch dieses Festival trafen wir die besten Musikern unseres Landes und bekamen Zugang zu einem großen Publikum. Der Song „Ganja“ wurde danach im TV gezeigt und das war eine kleine Revolution.

Hattet ihr Konzerte in Westeuropa? Wenn ja, wo?

In letzter Zeit haben wir oft außerhalb der Ukraine gespielt. Zum Beispiel waren wir letztes Jahr in Deutschland beim Leipziger „Courage Zeigen 2016“ und wurden direkt danach eingeladen beim Stadtjubiläum zu spielen. Wir hatten Konzerte in der Tschechischen, Polen und sind vor kurzem aus Kanada zurückgekehrt. Eine der schönsten Erfahrungen wir hatten war das Reggae-Festival „Rototom Sunsplash“ in Spanien im Sommer 2016. Bei diesem Festival haben wir auch das Musikvideo zum Song „Radio Ya“ aufgenommen, welcher die erste Single des „Grünen“ wurde.

Ich weiß, das es für Live-Musiker in der Ukraine nicht einfach ist von der Musik zu leben. Wie ist das für euch? Was denkt Du über „kostenlos Musik hören“? Wie kann man den Ukrainer die Idee näher bringen für Musik zu bezahlen und sie einfach herunterzuladen?

Ich bin bereit unsere Musik kostenlos abzugeben, aber im Gegenzug mag ich mag dann kostenlos einkaufen, lernen, beim Arzt behandelt werden, ins Kino gehen, mein Auto tanken. Und das alles kostenlos. Die Kommunisten hatten solch eine Idee. Ich denke, sie ist fehlgeschlagen.
Damit Ukrainer beginnen Musik zu kaufen, bedarf es moderater Preise. Einen Song für 1 Dollar kann sich in der Ukraine im Moment leider nicht jeder leisten.

Wenn Du auf Deine Musikkarriere zurück blickst, was würdest Du anders machen?

Vor einer Weile habe ich die Musik zugunsten einer Karriere als TV-Moderator in den Hintergrund gestellt. Ich arbeitete für ca. 7 Jahre im Fernsehen und in dieser Zeit machten viele meiner Musikerkollegen einen großen Sprung nach vorn. Manchmal denke ich, es wäre nicht notwendig gewesen innezuhalten. Obwohl ich in der Zeit viele gute neue Fähigkeiten erlernt habe. Aber ich bereue nichts im Leben.

Was plant ihr als Nächstes? Gibt es für 2017 Pläne?

Wir planen ein weiteres Album, jetzt das „Blaue“ und wir hoffen, unsere Musik einem breiteren Publikum in Europa zu zeigen. Wir verhandeln derzeit mit europäischen Festivals.

The VYO

The VYO waren eine der Bands, die den EuroMaidan unterstützten. Wie war es für euch? Hat sich die Ukraine seitdem verändert? Ist die Ukraine Europa?

Dieser Moment war sehr wichtig, wie ein Hauch frischer Luft. Wir glauben aufrichtig, dass wir das Richtige taten. Das hat unser Volk sehr geeint. Dank dem Maidan hat sich das Bewusstsein der Ukrainer zum Besseren verändert. Von der Mentalität und Territorial gehört die Ukraine natürlich zu Europa.
Das Problem ist, dass die gleichen Gauner an die Macht kamen. Aber mit jedem Tag wird es immer schwieriger uns in unserem Land zu berauben. Sie beginnen sich bereits zu befürchten. Ich glaube, dass es noch einige Zeit dauern wird bis die Ukraine diese Parasiten vom Hals hat.

Möchtest Du zum Abschluss noch etwas sagen?

Ist vielleicht  kitschig, aber ich wünsche jedem einen friedlichen Himmel über dem Kopf. Die Menschen sind geboren um zu  leben und zu genießen, nicht um zu kämpfen. Ich wünsche allen Frieden!

 

Das aktuelle Album „Zelenij“ (Grünes) kannst Du hier laden:

iTunes: https://goo.gl/Eui58n

Google Play: https://goo.gl/WmUeHa

The VYO findest Du auf Facebook (ukr): https://www.facebook.com/TheVyo/

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